Schreibberechtigung

Okt 22, 2010 von

Eine große Falle beim Schreiben ist das kleine Stimmchen in uns, das uns so etwas zuflüstert, wie: „Warum willst du denn eigentlich auch noch schreiben – tun doch wirklich schon genug Leute?“ oder „Als ob du was wirklich Wichtiges zu sagen hättest… – interessiert doch keinen, was du schreibst.“ oder „Eigentlich kannst du das doch gar nicht, lass es einfach.“

Ich denke, so ziemlich jeder schreibende Mensch kennt solche Gedanken und sie können extrem lähmen. Man hat eine tolle Idee und legt freudig los und dann kommt einem plötzlich ein „Ist ja ganz nett, aber wer, bitteschön, soll das lesen wollen?“ in den Sinn und vorbei ist es mit der Inspiration.

Ein ganz wesentlicher Punkt beim Schreiben ist deshalb meiner Erfahrung nach der, sich selbst eine Schreibberechtigung zuzugestehen. Sich selbst so wichtig zu nehmen, dass es nicht zählt, ob sich irgendjemand je für das Ergebnis interessieren wird oder ob es „gut“ ist, sondern dass es schlicht und einfach ausreicht, schreiben zu wollen.

Es geht darum, sich mit seinem Schreiben ernst zu nehmen. Sich zu erlauben, auszudrücken, was man denkt und fühlt und Zeit und Raum zu beanspruchen, um die eigenen Geschichten zu erzählen. Es geht darum, so viel Schreibselbstbewusstsein zu entwickeln, dass man dieser gemeinen, kleinen Stimme etwas entgegensetzen kann. Und wenn es nur ein trotziges „Ist mir doch egal!“ ist.

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5 Kommentare

  1. Annemarie

    Liebe Tania!
    Das kommt zu mir berührend und persönlich rüber!

    Alle die Bücher und Texte, die den Weg in die Veröffentlichung finden, haben – meiner Meinung nach – eine Daseinsberechtigung und finden auch ihre Leser und ihre Wertschätzung. Sie können sein wie Blumen am Wegrand, die jemand bewusst zu sehen beginnt, wie ein Windhauch im Haar, wie eine Welle, die mitnimmt, Bilder, die den Horizont ausdehnen, wie ein Trip aus der Routine des Alltags, wie ein Sonnenbad im Winter …….. Dankeschön! Annemarie

  2. Hallo Tania,
    danke für deine Worte. Auch ich liebe das Schreiben und bin seit 3 Jahren Mitglied in einer Iserlohner Autorengruppe. Wir schreiben Kurzgeschichten zu selbst gestellten Themen…
    Aber manchmal frage ich mich auch: Wer will das lesen? Ist es gut?
    Immer diese Zweifel…
    Dabei ist es eine Freude für mich und ich glaube, auch eine Hilfe, da ich in schwierigen Situationen durch das Schreiben viel verarbeiten konnte.
    Mir gefällt deine Internetseite sehr gut, ich bin durch „Zeit zu Leben“ auf sie aufmerksam geworden…
    Ich wünsche dir viel Erfolg und Gottes Segen
    als Schriftstellerin
    Birgit

  3. Tania

    „Dabei ist es eine Freude für mich …“ – DAS ist doch das Entscheidende! Das, was wirklich zählt 😀

    Herzlich,
    Tania

  4. Lyn

    Tania,

    ich verweile sehr gern auf all deinen Seiten,.. es ist für mich stets`ein wenig wie innehalten. Deine Aussagen, Ansichten inspirieren mich dazu mein eigenes Verhalten zu überdenken, zu hinterfragen. Und manchmal stelle ich dann fest, da lag ich daneben, das hättest du anders, besser machen können. Nur dann sagt die Stimme in mir, nein in dem Moment hättest du es nicht besser machen können, weil du hast es so gelebt, erlebt, empfunden und das hast du geschrieben,..

    Ich wünsche dir das die Tinte aus deinem Stift stets gleichmäßig fließt, wir noch ganz viel von dir Lesen dürfen und werden und du uns so de Möglichkeit gibst das Leben aus einem anderem Blickwinkel zu betrachten, den wir so vielleicht nicht erkannt hätten,.. Lg Lyn

  5. Warum schreibe ich:
    Berührungen ~ manchmal möchte ich ….

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    einfach nur schöne Bilder malen
    zu Freude und Glückseligkeit….

    …. manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    Stachel sein mitten in die Herzen
    und die Menschen wachrütteln …

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    geistige Nahrung sein für jene
    die danach suchen …

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    Labsal und Balsam sein
    für verletzte Seelen …

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    Altes, Verhärtetes aufbrechen
    um Neues in die Welt zu bringen…

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    Hoffnung, Mut und Vertrauen
    zu den Menschen bringen …

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    Spiegel sein, in den die
    Menschen hinein blicken, und
    sich und ihr Leben erkennen …

    … manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    ein kleines Licht
    in die Welt tragen….

    …. manchmal möchte ich
    mit meinen Worten,
    streicheln, sie sollten
    Berührung sein für
    Herz, Geist und Seelen …

    © Monika- Maria Ehliah Windtner

    Mit lieben Grüßen, den besten Wünschen und viel Segen!
    M.M.

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