An manchen Tagen

Nov 29, 2012 von

An manchen Tagen …

Wird deine Seele
zu einem grauen Meer,
dein Kompass
ist blind
und deine Hoffnung
schaukelt auf einem
Papierschiffchen
dem Sturm entgegen. 

Tania Konnerth

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11 Kommentare

  1. Worte, die mich im Vokabular ansprechen *Meer*.
    Ich mag die Überschrift, signalisiert sie doch, dass es zum Glück an den anderen Tagen anders ist.
    Es ist halt nur an manchen Tagen so; die anderen kommen wieder.
    Türkis-leuchtende Meeresgrüße
    Tally

  2. Nele

    Hallo Tania,
    auch dieser Sturm geht vorbei, dann gibts wieder Sonnenschein, Wärme und vieles mehr.
    Vielen Dank für deine immer inspirierenden Texte.
    herzlichst, Nele

  3. petra

    Liebe Tania!
    Das ist ja ein echtes „November-Gedicht“.Sooo super ausgedrückt, wie es einem so geh’n kann. Die letzten Wochen sprachen meine Freundin und ich oft über dieses November- Phänomen. Ich werde das Gedicht an sie weiterschenken.
    Zu dem Gedicht sehe ich ein Bild vor mir: Ein grau changierender Wirbelsturm mit dem kleinen Zeitungsschiffchen mittendrin, aber da ganz hinten ein klitzekleiner,blitzeheller Sonnenstrahl ( den mal‘ ich mir da hinein mit der Aussicht auf die anderen Tage:-)!)
    Danke und Grüße von Petra

  4. Sabine

    Mir kamen heute die Worte in den Sinn:

    Die Unausweichlichkeit des Lebens begreifen, bevor es sie zu erfahren gilt!

    Für mich ist die Gegenwärtigung dieses Zieles das Lüftchen, dass mein Papierschiffchen vorantreiben soll … an solchen Tagen.

  5. Iris

    Es muss nicht November sein … für diese Tage … es gibt diese Zeiten, an denen anders als sonst, die Tage zäh sind wie Kaugummi, du funktionierst, machst den Job, kommst nach Hause, das auch nur ein Wort ist, rollst dich zusammen, weißt, so willst du dich nicht fühlen, willst du dich nie wieder fühlen, hast nur noch eine Ahnung davon, was sich anders anfühlt, weißt genau, es dauert eine lange Weile, bis du wieder richtig lachen kannst. Willst diesen Sturm nicht. Würdest ihn umschiffen. Ja, kannst du ihn umschiffen? Kannst du das Ruder herumreißen? Und du schöpfst Hoffnung. Gleitest in eine Traumwelt, von der du eigentlich weißt, dass sie fern ist, so fern.
    Irgendwann wirst du wieder essen, wieder dynamischer laufen. Wieder lachen? Ich nehme mir eine Decke, ich will nicht mehr denken, nicht mehr daran denken.

    Hab vielen Dank, Tania, für Deinen Impuls in Form des schönen Gedichtes – nach längerer Zeit war ich mal wieder hier und wünsche Dir einen schönen Tag.

    Iris

  6. Tania

    Ein herzliches Dankeschön Euch allen für die Rückmeldungen, über die ich mich sehr freue.

    Und richtig schön, wieder mal von Dir zu lesen Iris!
    Tania

  7. Fischi

    Mein Schiffchen treibt in dieser Umgebung seit September… ..und das Schöne daran ist: es hat alle Stürme, Angriffe und Untiefen überstanden! Aus Papier, doch stabil… vielleicht aus ner Sportseite… ;o)
    Weiter geht´s, die Sonne geht jeden Tag wieder auf, darauf kann ich mich verlassen!
    Frohes neues Jahr!

  8. Hallo- ein wunderbares Thema…ein eindruckvolles Gedicht hast du dazu geschrieben Hier ein paar Gedanken von mir zum Thema:

    An manchen Tagen…
    Träume ich vor mich hin. Ich stelle mir vor wie es wäre wenn die Menschheit in Frieden leben könnte. Wie es wäre wenn wir das Paradies auf Erden hätten. Wenn die Menschen nicht hungern müssten und es keine Kriege und Krankheiten gäbe.

    An manchen Tagen…
    Will ich fernab von allem Lauten sein- Möchte ich die Stille hören, riechen und schmecken können.

    An manchen Tagen…
    Fühle ich mich, trotz Menschen um mich herum, entsetzlich einsam.

    An manchen Tagen…
    Möchte ich im Regen barfuß tanzen – obgleich ich nicht gerne Schuhlos bin und Regen nicht ausstehen kann.

    An manchen Tagen…
    Singe ich schon in der Früh und würde die Welt umarmen wenn das ginge. Weil es die Tage gibt die schon morgens einen gutes Ohm verbreiten.

  9. Grid

    So auf dem Weg zum Frühling sind diese Worte wunderbare Begleiter.
    Nicht aufgeben möchte man rufen, denn zum Rufen wächst jetzt wieder der Mut 🙂

    Hier ein Gedicht zum Thema, das ich sehr mag:

    Gestutzte Eiche

    Wie haben sie dich, Baum, verschnitten,
    wie stehst du fremd und sonderbar!
    Wie hast du hundertmal gelitten,
    Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!
    Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
    Gequälten Leben brach ich nicht
    Und tauche täglich aus durchlittnen
    Roheiten neu die Stirn ins Licht.
    Was in mir weich und zart gewesen,
    Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
    Doch unzerstörbar ist mein Wesen,
    Ich bin zufrieden, bin versöhnt,
    Geduldig neue Blätter treib ich
    Aus Ästen hundertmal zerspellt,
    Und allem Weh zu Trotze bleib ich
    Verliebt in die verrückte Welt.
    Hermann Hesse – 1919 –

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