Warten

Mai 14, 2012 von

Warte ich? Warum und worauf warte ich? Wo in meinem Leben bin ich in einer Warteschleife? Wo lebe ich auf Halde, weil ich auf etwas warte, das noch nicht da ist?

Was erwarte ich? Wann warte ich ab? Was kann ich kaum erwarten?

Wie fühlt sich mein Warten an? Kann ich gelassen warten oder bin ich ungeduldig?

Was könnte ich alles tun, wenn ich nicht warten würde? Wo könnte ich bereits sein, wenn ich nicht immer wieder warten würde? Oder bin ich vielleicht schon wieder viel zu weit voraus, weil ich nicht warten konnte? Und wie kann ich auch Wartezeiten als Lebenszeit nutzen?

Lohnt es sich zu warten? Wie sicher wird das eintreten, worauf ich warte? Kann ich denn sicher sein, dass gut für mich ist ist, worauf ich warte? Oder könnte es einen Sinn haben, dass das, worauf ich warte, nicht eintritt?

Und warte ich vielleicht darauf, endlich nicht mehr zu warten, sondern mehr zu sein?

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5 Kommentare

  1. Hans-Jörg Kohlenberg

    Wir leben in einer Zeit, in dem das Wort „Warten“ nur noch dann positiv besetzt ist, wenn wir unser Auto in die Werkstatt bringen. (Aus „Zeit verweile doch“ von Karlheinz A, Geißler)

  2. Wolf

    denkt gerade, dass eine Frage meistens ihre Antwort in sich trägt:

    Bei obigem Text mag man an einigen Stellen einfach einmal Warten durch Pflegen ersetzen.

    Das alte Sprichwort: „Wer ernten will muss säen“, kommt mir dazu in den Sinn; wobei das zunächst passiv erscheinende (Ab)Warten sich in ein aktives Pflegen wandeln muss, um an’s Ziel zu gelangen. Hat man darin – nach einiger Zeit – etwas Übung bekommen, wird sich im Einzelfall zukünftig freudiges (Er)Warten einfinden.

    Anders ausgedrückt:
    Wer das Ruder seines Lebensschiffchens loslässt, wird von Wind und Wellen irgendwo hin getrieben, meint

    der Wolf

    • Anne

      Ciao Wolf!
      Du bist ein Denker, das registriere ich hier schon wiederholt!
      Das Thema Warten kommt auch in meiner Lebensgeschichte vor. Warten auf die Abfahrt eines Zuges. Aktives Warten? Säen und Ernten? Warten, etwas herbeisehnen …. hat für mich einen Bittertropfen wegen dem Ungewissen.

      An welche Situation du auch denken magst wenn du von dem „zunächst passiv erscheinende (Ab)Warten“ schreibst, das „sich in ein aktives Pflegen wandeln MUSS“ – beide Positionen erscheinen mir recht schal. Die Lebenszeit verwarten und dann aufdringlich und aktiv sein! Naja, von vielen Möglichkeiten an Gedankengebäuden. Anne

      • Wolf

        Hallo Anne,

        ich habe gerade etwas gefunden:

        Wu Wei

        Im ersten Abschnitt Bedeutung), kommt vielleicht etwas deutlicher ‚rüber, was ich scheinbar recht unglücklich ausgedrückt habe.

        Wolf

  3. Klaus

    Warten als Innehalten – so sehe ich aus deinen Worten dein Warten.

    Wenn dem so ist, ist es dann vielleicht, dass die Zeit, die Lebenszeit, die Zeit außerhalb dir weitergeht, aber dein Inneres hält dich vom Handeln noch ab, sucht Zeichen, um dann wieder „mitzulaufen“. Ist es so, dass Du Zeichen suchst, sozusagen auf Lauer bist? Auf einer „Warte“ stehst?
    Deine Texte gefallen mir, bringen mich selbst immer wieder zum Nachdenken oder erfreuen mich einfach. Wenn ich jetzt an deine Bilder in diesem Zusammenhang denke, erscheinen sie mir wirklich so: auf der Suche oder dem Warten auf das geeignete Objekt oder auf den geeigneten Augenblick.
    Ich weiß, dass es dir oft gelingt und
    wünsche Dir weiter
    viel Glück!
    Klaus

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