Bestand

Mrz 14, 2012 von

Was hat Bestand in meinem Leben? Worauf baue ich? Was halte ich für sicher? Sind es äußere Faktoren, also etwas in meiner Umgebung, wie z.B. meine Arbeit, mein Partner, meine Familie? Oder denke ich dabei an Inneres, wie z.B. meine Werte, meine Überzeugungen, das was mich ausmacht?

Was zu verlieren erscheint mir unerträglich und warum genau? Was wäre so unvorstellbar, was so schlimm?

Wie fühle ich mich mit dem in meinem Leben, was für mich sicher ist? Gibt mir das alles ein gutes Gefühl oder ist etwas vielleicht zu Ballast geworden? Was ist der Preis für meine Sicherheit? Sehne ich mich manchmal nach mehr Freiheit in all meiner Sicherheit? Was wäre der Preis, etwas davon aufzugeben?

Und wie sicher ist das, was ich für sicher halte? Wie kann ich lernen, mit dem Gedanken umzugehen, dass im Grunde nichts Bestand hat? Dass alles vergänglich ist, auch das, was mir sicher erscheint? Wie kann ich diesen Gedanken nicht nur aushalten, sondern für mich nutzen?

Was hilft mir dabei, Unsicherheit auszuhalten? Wie kann ich mutig genug werden, mich nicht mehr auf vermeintlich Sicheres zu verlassen, sondern Veränderung als Teil des Lebens anzunehmen? Und wie lässt mich die Einsicht, dass nichts sicher ist, vielleicht innerlich wachsen?

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10 Kommentare

  1. Sabine

    So viele Fragen …

    Die Erkenntnis der unausweichlichen Endlichkeit des eigenen Seins ist für mich der Ausgangspunkt für all diese Fragen, von denen jede einzelne mir eine gute Bekannte ist.

    Wie füllt nur man das wertvolle Gut des einen Lebens, des eines Tages, um nur nichts davon zu verschwenden?

    Wohin nur kann man mit seiner Angst, diese eine Chance richtig zu nutzen?

    Dass der Weg das Ziel sei, hört man oft …

    Ich habe den Mut, auf eine dieser Frage mit einer klaren Aussage zu antworten, noch nicht gefunden.

    • Tania

      Vielleicht geht es nicht darum, unsere Zeit „richtig“ zu nutzen (denn das wirft die Frage auf, was richtig ist …), sondern vielmehr, sie bewusst zu leben. Wir können in einem Moment etwas aktiv angehen, etwas neu beginnen und praktisch umsetzen und in anderen Momenten steht an, innezuhalten, zu fühlen, zu atmen und zu sein. Ich denke, es gibt keinen Preis für richtig genutzte Chancen oder Tage, sondern die Herausforderung besteht darin, uns dem Leben zu stellen und mit ihm zu fließen, was immer es uns bietet.

      Herzlich,
      Tania

      • …mit ihm zu fließen…

        ja, diese Worte erinnern mich daran, dass mir jemand vor einigen Jahre als es mir nicht gutging und ich immer unsicherer wurde schrieb, ich solle mein Leben annehmen mit allen Herausforderungen und Unsicherheiten, dem Fluisslauf folgen und nicht gegen die Strömung ankämpfen denn

        — ihr Flußlauf ist so etwas einzigartiges… Es gab ihn und gibt ihn so nie wieder… Er ist Ihrer….folgen Sie ihm

        mein Leben als Flusslauf zu sehen mit ruhigen und turbolenten Strecken, gab mir Kraft zu vertrauen und die Herausforderung anzunehmen mit dem Leben zu fließen

        Danke Tanja, deine Worte zeigen mir oft wieviele gute und positive Veränderungen es in meinem Leben schon gab. Manchmal vergesse ich es leider dann helfen diese Erinnerungen….
        Liebe Grüße
        Renate

        • Anne

          ….das Fließen. Das ist auch eines meiner Bilder. Wenn alles stagniert und ich das Gefühl bekomme auf der Stelle zu kreisen werde ich unrund. Ich mag im Fließen sein mit mir, den Menschen, mit denen ich mich austausche. Ich beginne zu leiden, wenn ein lieber Mensch einfach stehen bleibt und mich zerrt und quält bis ich loslasse und verkatert durch meine Tage gehe. Immer das Selbe oder Ähnliche ……

  2. Hui, dass sind wirklich viele Fragen. Ich denke mal, das sieht man in verschiedenen Lebensphasen auch anders. Früher, als ich jünger war, war ich irgendwie mutiger, risikobereiter, was Job, Partnerschaft etc. anging. Heute ist das anders. Da wünsche ich mir schon irgendwie Sicherheit, obwohl ich inzwischen aus meiner Lebenserfahrung heraus auch weiß, dass nichts im Leben sicher ist. Leben ist dynamisch, Bewegung eben leben, das ist gut aber in dieser Dynamik verspüre ich doch auch ein Bedürfnis nach Sicherheit, nach Halt. Warum haben Menschen Angst ihr gewohntes Umfeld zu verlassen, weil sie nicht wissen, was kommt, was passiert. Auch wenn ihr Leben gerade so richtig mies ist, wissen sie wie es sich anfühlt. Dieses miese Leben passiert meist ja schleichend, das abzulegen bzw. loszulassen, da lässt man plötzlich ganz viel los und es passiert ganz viel in einem, mit einem und diese Unsicherheit des nicht wissen was kommt, ich glaube davor haben viele Menschen Angst, oder der eigene Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Ich kann für mich nur sagen, dass ich gelernt habe, auch mich zu vertrauen. Ich bin schon durch einige unschöne Lebensphasen, aber sie haben mich auch stark und selbstbewusst gemacht und geben mir daher auch ein Gefühl von Sicherheit, nämlich dass ich, sollte es mal wieder soweit sein auch packen werde.Ich glaube das es ehr äußere Werte/Dinge sind, wo man Angst vor hat, sie zu verlieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meine Werte, Einstellungen etc. behalte und nicht verliere, sie festigen sich höchstens im Laufe der Jahre, so konnte ich bei mir beobachten.

  3. jovan haut

    Alles verliert sich. Leider verliert sich alles. Gottlob: verliert sich alles

  4. Martina

    Jovan bringt es mit seinen drei Sätzen für mich genau auf den Punkt. Manchmal müssen wir auf das Eintreten der dritten Möglichkeit leider sehr lange warten. Da ist dann Geduld gefordert.

  5. Wie Du schon schreibst, Tania: das, was uns glauben lässt, die Dinge wären sicher, ist oft die Angst vor der wahren Unsicherheit. Die Angst davor, dass es nicht einmal einen SELBST wirklich gibt – und wenn ja, dann nur kurz, bis zur nächsten Veränderung.

    • Anne

      Doch Monk, uns gibt es, aber wie heißt das eine Buch in etwa? „Wer bin ich und wenn wie viele?“ Woher kommt dann diese Angst? Gewisse Sicherheiten, dort und da wo Daheimsein wäre wohl gut in dieser verworrenen Zeit. LG Anne

  6. Wolf

    Die Fragestellungen erinnern mich eher an das loslassen.

    Nachdem man ja im Leben prima geübt hat so einiges festzuhalten, ist loslassen zunächst schwierig. Aber wenn der Ballonfahrer die Sandsäcke nicht loslassen will; wie will er schweben …

    Eine Thermoskanne mit Kaffee und ein, zwei Käsebrötchen sollten allerdings auch Ballonfahrer festhalten, meint

    der Wolf 😉

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