Schmerz

Feb 9, 2012 von

Fragen zum Schmerz:

Worin und woraus besteht mein Schmerz? Was genau bereitet mir Qual? Was ist es, das mich in die Knie gehen lässt? Was lässt mich jammern und hadern und laut schreien? Und was ist die Quelle der stummen Tränen, die keiner sieht?

Würde ich mich tatsächlich für ein Leben ohne Schmerz entscheiden, wenn ich es könnte? Würde ich auf meine Tränen verzichten? Auf meine Trauer? Meine Verzweiflung?

Ist es nicht mein Schmerz, der mich in die Tiefe führt? Ja, in meine eigenen Abgründe, aber dann eben auch darüber hinaus? Ist es nicht mein Schmerz, durch den ich mich überhaupt erst wieder selbst spüren kann, wenn ich den Kontakt zu mir verliere, weil ich versuche jemand anderes zu sein?

Ist es nicht mein Schmerz, durch den ich erst Mitgefühl mit mir selbst entwickeln kann? Der mir zeigt, wie wichtig es ist, gut für mich zu sorgen? Bringt mein Schmerz nicht erst mich mir selbst nah?

Ist es nicht auch mein Schmerz, der mich mit anderen fühlen lässt? Der mich öffnet für die Lebensgeschichten anderer, für ihre Not und ihre Verletzlichkeit? Ist es nicht unser Schmerz, der uns letztlich genauso eint wie unsere Freude?

Und ist es nicht mein Schmerz, der mich immer wieder wachsen lässt und durch den ich stärker und stärker werde? Ist es nicht mein Schmerz, der mich daran erinnerte, das Leben bedeutet, sich einzulassen und nicht sich zu entziehen?

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5 Kommentare

  1. Wunderschön, diese Gedanken. Vielen Dank

  2. lilifee

    Hallo Tania,

    Schmerzen zu fühlen tut weh.
    Keiner von uns möchte gerne unter Schmerzen leiden.
    Doch wenn ich Schmerzen kenne,dann weiß ich auch,wie es sich anfühlt keine Schmerzen zu haben.
    Dann weiß ich ,wie sich anfühlt schmerzlos zu sein — das Leben in vollen Zügen genießen zu können.
    Schmerzen und Schmerzlos — 2 Seiten ein und der gleichen Medaille.
    Von daher gesehen sind Schmerzen auch poistiv zu sehen ,denn wenn ich eine Seite einer Medaille nicht kenne,dann kann ich die andere Seite nicht schätzen und würdigen.

    habe noch einen schönen Tag
    lilifee

    ps.Dein Blog gefällt mir sehr gut!

  3. Anna-Maria from Switzerland

    Schmerz – Erlebniswelten

    Durch die Wüste bin ich gegangen …
    nicht auf dem Kamel, nein, unten auf dem heissen Sand.

    Durch die Hölle bin ich galoppiert …
    erfüllt von tiefem Schmerz.

    Dem Tod hab ich ins Auge gesehen …
    sein Blick war eisig kalt.

    Erstarrt im Traum lag ich da …
    wachte auf und war wieder im Märchenland.

    Wilden Fantasien bin ich nachgejagt …
    und plötzlich war da eine Spur von Wirklichkeit.

    Für Dich, liebe Tania, geschrieben von
    Anna-Maria from Switzerland

  4. Liebe Tanja!
    Den Schmerz anzunehmen, manchmal zu ertragen und ihn würdigen als Helfer in der Not, als Stoppschild oder als Signal. Ich glaube das fällt uns Menschen schwer.
    Seitdem ich nicht mehr versuche meine Schmerzen mit allen Mitteln und sehr verbissen loszuwerden, geht es mir eindeutig besser.
    Danke für den würdigen Respekt gegenüber unserem Schmerz.

    Angelika Müller

    • Eva-Maria

      Hallo Angelika,
      das ist Super,ich habe auch immer eher das ich mich nicht mit dem Schmerz anfreude,werde es versuchen,danke,lg.Eva

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