Fassaden

Jan 2, 2012 von

Fassaden bestimmen unseren Eindruck. Wir denken „Oh, wie schön!“ oder „Wie hässlich!“ und unser Auge zieht weiter. Was aber hinter den Fassaden geschieht, wissen wir nicht.

Auch für uns selbst können wir Fassaden errichten. Fassaden des schönen Scheins, Fassaden, die ablenken, von dem was ist, Fassaden, die harmlos wirken oder beeindruckend sind. Wir geben anderen Menschen ein Bild von uns, eines vielleicht, von dem wir denken, dass es gut ankommt, dass es uns interessant macht und für dass man uns bewundert. Hinter unserer Fassade können wir uns verstecken und sind (scheinbar) unberührt, unnahbar und unverletzbar.

Ich frage mich: Will ich tatsächlich ein Leben hinter einer Fassade? Stelle ich mein Schutzbedürfnis vor alles andere? Oder bin ich mutig und lasse meine Fassade fallen? Zeige ich mich, wie ich wirklich bin? Gehe ich das Risiko ein, wirklich gesehen zu werden? Ich mache mich verletzlich damit, aber nur so kann ich mir selbst und anderen wirklich begegnen.

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8 Kommentare

  1. Barbara

    Liebe Tanja,

    ich freue mich immer auf Deine Newsletter. Wie oft müssen sich Menschen verbiegen, um diese Fassaden aufrecht zu erhalten. Diese Energie geht einfach verloren. Die eigene Verletzlichkeit wahrnehmen und als Bestandteil der eigenen Persönlichkeit sehen und dann achtsam mit sich und anderen umgehen. Das ist für mich eine Bereicherung in der Begegnung mit anderen Menschen.

    Alles Gute
    Baraba

  2. Eva-Maria

    Liebe Tania,
    früher war die Fassade für ich auch ein Schutz.Heute habe ich festgestellt,je mehr ich mich gezeigt habe mit meine Gefühlen-Bedürfnissen-Verletzungen-Entäuschungen und meine Wut,wo ich früher ja immer dachte,ich darf nicht Wütend sein,habe ich die Erfahrung gemacht,das ich immer mehr Allein da stand,was für mich auch nicht erst zu Verstehen war.Heute bin ich froh das ich auf dem Weg geblieben bin,denn nun bin ich ICH und ECHT.
    Liebe Grüße Eva

    • Anne

      Aber was fühlt sich tatsächlich als ICH und ECHT an? Viel mehr sind mir die eigenen Dünkelchen, Zwangsbeglückungen und Launen in der Tagesverfassung bekannt. LG Ann

  3. Diana

    Hallo zusammen,

    ich musste beim Lesen dieser Zeilen an mein letztes Vorstellungsgespräch denken. Wo gibt es mehr Fassade, als bei dieser einen Gelegenheit!?!

    Schönen Sonntag, Diana

    PS: Ich hab den Job übrigens bekommen. Viele Monate später sagte mir meine Chefin, das sie mich eingestellt hätte, weil ich bei dem Gespräch so authentisch gewesen sei… Ist das nicht makaber!?!?

  4. Tania

    Danke für Eure Kommentare. Tja, kann es ganz ohne Fassaden gehen? Gerade z.B. in Doris Beispiel? Was würde man für einen Job bekommen, wenn man auch da nicht bereit ist, eine Fassade zu präsentieren – möglicherweise nur solche, die wirklich zu einem passen?

    Nachdenklich,
    Tania

    • Anne

      Eindeutig ein Marketingbereich nach meiner Auffassung. Ich biete mich und meine Fähigkeiten an, ich/meine berufliche Leistung werden zugekauft. Die Werbung basiert auf solchen Grundsätzen. LG Anne

      • Tania

        Hmmmm, ich denke, es macht etwas mit uns, wenn wir uns selbst wie ein Produkt vermarkten, oder nicht? Sicher gilt es auch hier gut in sich hineinzuspüren, was es für einen bedeutet, sich mit einer bestimmten Fassade zu verkaufen.

        Tania

        • Anne

          Die Fassade ist oft die ansprechende Verpackung, denke ich. Im Marathon um einen guten Job sollten alle nur möglichen Register gezogen werden: sicheres Auftreten, nette Ausstrahlung, Fachwissen, Interventionen … Zum Ausbau des Profiles im Job ist dann jede Menge Fingerspitzengefühl erforderlich. Wer weiß schon, was exakt auf ihn zukommt? Der Jobmarkt ist erbarmungslos!

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