Wir und andere

Dez 21, 2011 von

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder über das Thema „Getrennt sein“ gelesen und nachgedacht, also darüber, wie viel Schmerz daraus entsteht, sich von anderen Menschen getrennt zu fühlen statt zu erkennen, dass wir auf einer gewissen Ebene alle verbunden sind. Ein solches Gefühl der Trennung erleben wir z.B., wenn andere Menschen etwas haben, das wir wollen, wenn es anderen besser geht als uns und wenn andere glücklicher (erfolgreicher, wohlhabender usw.) sind als wir selbst.

Denn was geschieht, wenn ich auf andere schaue und denke: „Die haben, was ich so gerne hätte.“? Dann tut es weh. Dann empfinde ich Neid, Eifersucht, vielleicht sogar Wut.

Was aber geschieht, wenn ich denke: „Wie schön, dass die das haben, was ich gerne hätte! Wie schön, dass es ihnen gut geht.“? Dann lächle ich plötzlich, auch in meinem Schmerz. Weil ich das Schöne sehen kann, weil ich erkenne, dass es Schönes gibt, auch wenn ich es vielleicht gerade selbst nicht erleben kann. Mit dem Lächeln und der Mitfreude öffnet sich mein Herz und ich kann etwas anderes fühlen als nur Schmerz. Und damit ist der erste Schritt getan. Damit öffne ich mich für die Möglichkeit, dass das, was ich habe (und eben auch nicht habe), vielleicht gerade genau das ist, was ich brauche und dass es damit also auch wieder gut ist.

Nein, ich sage nicht, dass das leicht ist, ganz im Gegenteil. Solche Lektionen sind wahrscheinlich die schwersten überhaupt. Aber auch die, die uns wirklich weiterbringen können.

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14 Kommentare

  1. Ja, es ist schwer, aber man kann es lernen. Was mir auch hilft ist, dass es ja auch den umgekehrten Fall gibt. Ich habe etwas, das andere Menschen zu dem Zeitpunkt gerne hätten, also vielleicht auch neidisch, eifersüchtig auf mich sind. So hat alles seine Zeit, selber zu genießen und anderen ihr Glück gönnen. Für mich hat das auch stark etwas mit loslassen zu tun, loslassen von seinen Wünschen und sich mit anderen und ihr Glück freuen. Manchmal ist es schwer, aber es gelingt mir immer mehr und dann fühle ich mich leicht.

  2. Margie

    Liebe Tania,

    auch das paßt gerade sehr für mich! Ich will mich bemühen, es so zu sehen, wie du schreibst, dass ich mich an dem Glück anderer erfreue, das ist sicher nicht leicht… aber wir sidn jacuh hier um zu lernen. 🙂 Danke dir dafür!

    LG Margie

  3. Liebe Tania, herzlichen Dank für Deine Offenheit. Ich weiss, dass Du die Kraft hast die schwierigsten Themen zu bewältigen. Habe selbst viel Verlust erlebt und in der tiefsten Krise den heutigen Weg gefunden. In meiner damaligen Scheinwelt hätte ich nicht wachsen können. Es macht dann auch glücklich und selbstwertig, wenn man wieder etwas gemeistert hat. Ich bin heute sicher, dass man durch Schmerz „erwachsener“ wird. So wünsche ich Dir viel Kraft und Vertrauen in Dein Sein.

  4. Jasmin Corbacho

    Liebe Tania Konnerth,

    ich danke dir für diese wunderbare Erkenntnis. Auf diesem Weg befand ich mich bereits gestern. Allein und das zum ersten Mal in diesem Leben verbrachte ich Silvester. Es ist nicht so, als wäre die Gelegenheit nicht da gewesen mit andere zu feiern. Ich konnte nicht. Einfach deshalb weil ich mich auf diesen wunderbaren Weg befand den Sie so schön beschrieben. Ich mache mich nun endgültig frei und lasse die Liebe sprechen.

    Danke, Sie sind einfach nur eine Bereicherung 🙂

  5. Helga

    Liebe Tania,
    was mir geholfen hat und immer noch hilft: Louise L. Hay „Du kannst es!“, auch als Hörbuch zu erhalten. Hay verrät die wirksamsten Geheimnisse positiver Gedankenkraft. Einfach toll!
    Alles Gute und ein gesundes neues Jahr.
    LG Helga

  6. Stefanie

    Manches Mal habe ich mich schon darüber gewundert, wieviel Gutes zu mir zurückkommt wenn ich andern aus ganzem Herzen ihre guten Dinge/Erfahrungen gönne. Ganz nach dem Motto:’So, wie ich meine Gedanken aussende, kommen sie zu mir zurück‘.

  7. Liebe Tania, das ist ein ganz wunderbarer Ansatz… das Schöne IST immer irgendwo, und sobald uns das bewusst wird, können wir uns öffnen und zulassen, dass es irgendwann auch wieder zu uns kommt. Möge dir die Sonne in 2012 ganz oft scheinen! Herzliche Grüße aus Mainz ;-))

  8. Tania

    Ein herzliches Dankeschön an alle – es ist so schön und tröstlich, nicht nur gelesen zu werden, sondern dann wiederum auch Euch lesen zu können!

    Tania

  9. Annette

    Ich freu mich gerade sehr über die herzliche Offenheit dieser Beiträge.

    Mir fällt das Bild einer Windhose ein, in ihrem tiefsten Punkt befindet sich ein absoluter Ruhepol und wenn wir in uns selbst diesen Punkt erreichen, entsteht(manchmal in sek. Schnelle mitten im hektischen Alltag) ein heilsamer ganz stiller Moment
    der Raum für Antworten und Erkennen frei werden läßt. Wie eine Tür, die sich öffnet……..!

  10. Susanne

    Das , liebe Tanja, was Du bei anderen siehst, gerne hättest..steht für Dich schon bereit….Sieh es so!!!!
    Es ist eine Möglichkeit unter vielen und wir können alles realisieren wenn wir nur fest dran glauben!

    Ich wünsch Dir das Beste für 2012.

    Verbunden sind wir sowieso alle mitsammen!!!!

    GLG aus Salzburg

  11. Hasuna

    Liebe Tania, dass Du Dich auf einem schweren Weg befindest, war aus Deinen Newslettern schon lang zu erkennen. Ich habe Dir beim Lesen immer gewünscht, es möge nicht ganz so hart für Dich werden. Seit heute erkenne ich aber, dass genau dieses Schwere, Harte und der anscheinend so große Verlust offenbar das Einzige sind, was uns dazu bringt, uns selbst zu erkennen und die Schichten des Unnötigen, die Hüllen der Täuschung abzulegen, wie auch eine Schlange sich häutet, wenn sie wächst. Ob es ihr so weh tut wie uns? Oder sind wir eher wie die Raupe, die, wenn sie aus dem Kokon schlüpft, zum Schmetterling gewachsen und gereift ist? Vielleicht ist unsere Seele auch auf dem Weg, ein leichter Schmetterling zu werden? Ich danke Dir für Deine offenen Worte und dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Ich wünsche Dir von Herzen einen guten Weg!

  12. Erwin

    Transformation heisst : Es geht darum von der Mangelerwartung in die Fülleerwartung zu kommen, denn die Seele ist ein Betriebssystem. Goethe hat ja in seinem Faustdrama versucht das Ego zu behandeln, als er fragte : Wie kommt es dass du stets das Gute meinst und doch das Böse schaffst, oder alles was entsteht ist wert das es zu Grunde geht…
    Dass der Mensch sich von den Dingen getrennt fühlt, ist die Urwunde der Menschheit und sie kann nur auf der spirituellen Ebene behandelt werden.
    Der Moment der Hingabe, also der Auflösung der Trennung denkt nicht und vor allen Dingen will er nichts – werden- denn er ist schon..na ja usw.

  13. Verdammt ist das GENIAL geschrieben!!!!!
    Ganz toll in Worte gefasst!!

    Liebe Grüße

    Michi

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