Vergänglichkeit

Okt 23, 2011 von

Loslassen … – nicht nur für mich eines der großen Lebensthemen, wie ich an der Resonanz auf meine Texte dazu immer wieder sehe.

Ich habe eine wundervolle Passage in „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“ von Sogyal Rinpoche gefunden:

„Da Vergänglichkeit für uns gleichbedeutend ist mit Schmerz, klammern wir uns verzweifelt an die Dinge, obwohl sie sich ständig ändern. Wir haben Angst loszulassen, wir haben Angst, wirklich zu leben, weil leben lernen loslassen lernen bedeutet. Es liegt eine tragische Komik in unserem Festhalten: Es ist nicht nur vergeblich, sondern es beschert uns genau den Schmerz, den wir um jeden Preis vermeiden wollten.“

Manchmal helfen solche Erkenntnisse und manchmal krallt man trotzdem weiter fest, obwohl die Hände bluten und die Seele schreit.

Und weiter heißt es bei Sogyal Rinpoche:

„Die Absicht hinter dem Greifen ist nicht unbedingt schlecht. Es ist an sich nichts falsch an dem Wunsch, glücklich zu sein; weil aber das, wonach wir greifen, von Natur aus ungreifbar ist, schaffen wir uns immer nur Frustration und Leiden.“

Vielleicht ist in solchen Zeiten Mitgefühl die Antwort, Mitgefühl mit uns selbst. Nicht Selbstmitleid, das uns immer tiefer in den Schmerz stürzt, sondern ehrliches Mitgefühl. Geboren aus der Erkenntnis, dass wir unser Bestes geben. Auch was das Loslassen angeht.

Verwandte Artikel

Tags

Share

2 Kommentare

  1. “ ICH BIN “ … merkst Du es – spürst Du es – weißt Du es … wenn Du Dich in Dich selbst begibst – fühlst Du es
    Dein ICH – Dich selbst ….. ?

    Deine Gedanken – laß sie wandern in Dir – langsam – vom Kopf über den Nacken den Körper die Beine bis zum
    kleinsten Zeh – fühlst Du Dich .. kennst Du Dich ..?

    Bist das Du … nein – Dein Körper ,,, wo bist Du … ?
    Unser Körper unsere momentane Hülle – bekannt die Dinge welche geschehen nach dem Tag unseres Gehens – sie
    vereinen sich wieder mit der Erde werden Bestandteil von ihr
    Doch Du – wer bist Du dieses Bewußtsein “ ICH BIN “ und wo bist Du … was geschieht – nach unserem gehen ?

    Nichts mehr blieb ja von uns … Nichts … ?

    Ein leichtes Summen vernimmst Du – stehst Du auf einer Wiese siehst nach oben und entdeckst diese Drähte über
    Dir – die Drähte einer Hochspannungsleitung – und die Spannung ist es die Energy welche Du – nein nicht siehst …
    doch vernimmst fast spürst
    Energy – unsichtbar und doch vorhanden eilt sie an die Orte an welchen man sie braucht – wandelt sich um in Licht
    und Kraft all die elektrischen Geräte zu betreiben
    Energy jeglicher Form kann nicht verschwinden – sie wandelt sich um in Anderes
    Ein Tropfen Wasser auf die heiße Herdplatte – “ verschwindet “ anscheinend und hat sich lediglich in Dampf
    gewandelt in eine andere Energyform nur

    … und wir – Du und ich und unser Bewußtsein ?

    Gefühle – ebenfalls eine Energyform nicht sichtbar können sie dennoch nicht verloren gehen Gefühle nur können es
    sein welche wir in uns tragen gebildet aus gegeben und erhalten
    Dieses Gebilde aus Zuneigung Freude Liebe und all diesen ebenso nichtsichtbaren Dingen entschwebt nach oben
    scheinbar irgendwo im Nirgendwo verbleibend – manche meinen damit vielleicht Seele – mit allen anderen als
    Ganzes vereint als komplexes Wesen der
    Erkenntnis aus den gesammelten Erfahrungen – der Sinn … ?
    Möglich das manche vor diesem Ereignis noch oft zurückkehren – manche ein paar mal andere noch oft je nach
    dem welchen Sinn sie ihrem Leben gaben.

    Vor was haben wir Angst wenn wir gehen werden ?
    Wir bleiben erhalten – wissen wir noch von uns .. gut
    Haben wir uns vergessen .. auch gut – wir wissen ja nicht mehr – wir leiden nicht darunter.
    Wir haben eigentlich nur Angst vor dem Unbekannten.- und die hatten wir allerdings auch vor der ersten Fahrt mit
    der Geisterbahn – danach ging es weiter ….
    Du warst schon in einer Geisterbahn ?

  2. Mich beschäftigen Vergänglichkeit und Loslassen im Augenblick auch sehr intensiv.

    Vielen Dank für die beiden Zitate und den Quasi-Buchtipp!

    Diese Unterscheidung, die du zwischen Mitleid/Selbstmitleid und Mitgefühl, triffst, finde ich sehr wichtig. Im Endeffekt ist Mitleid ja auch ein Ergreifen, ein Leiden, weil die Welt nicht so ist, wie wir uns das vielleicht wünschen. Während sich das Mitgefühl vorbehaltlos ausdehnen kann.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Seite verwendet Cookies. Personenbezogene Daten werden zum Beispiel bei den Kommentaren gespeichert. Mehr erfahren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen