Offene Türen

Sep 26, 2011 von

Manchmal bringt das Leben massive Veränderungen und mir selbst geht es dabei auch nicht anders als vielen anderen Menschen: Veränderungen machen fast jedem erst einmal Angst. Das was man kennt, ist vertraut und es fühlt sich „sicher“ an. Deshalb halten wir eben auch an vielem fest, das uns eigentlich gar nicht (mehr) gut tut oder wir klammern uns an etwas, das wir schon längst verloren haben. Und dann geht das Leben oft noch weiter: Je mehr wir versuchen, unsere Angst durch das Bedürfnis nach Kontrolle in den Griff zu bekommen, desto radikaler entgleitet uns dann oft alles …

Aber das ist eine Lektion vom Leben, die ich selbst im Moment gerade in großer Intensität und auf ganz verschiedenen Ebenen erhalte: Wenn man wirklich den Mut hat, loszulassen, wenn man wirklich aufhört, festzuhalten und festzuklammern, verliert man oft viel weniger als man fürchtete. Im Gegenteil: man gewinnt oft Ungeahntes genau durch das Loslassen!

Wir alle kennen den Spruch, dass sich im Leben dann, wenn sich eine Tür schließt, eine neue öffnet. Und dennoch sitzen wir oft verzweifelt eben genau vor der verschlossenen Tür und versuchen alles, um sie wieder zu öffnen. Wir investieren dafür alle Kraft und Energie und manch‘ einer zerbricht sogar an der geschlossenen Tür.

Dabei muss man oft nur ein wenig zur Seite schauen, um zu sehen, dass es tatsächlich noch andere Türen gibt und dass viele davon sogar weit geöffnet sind. Und wenn wir nicht länger versuchen, mit aller Kraft die verschlossene Tür zu öffnen, wird Energie frei, um sich auf den Weg durch eine neue Tür zu machen.

Dass ein solcher, neuer Weg uns oft Angst macht und dass wir manchmal am liebsten wieder zu der altbekannten Tür zurückrennen möchten, ist menschlich. Aber wäre es nicht einfach zu traurig, sein Leben vor einer Tür zu verbringen, die vielleicht für immer geschlossen ist?

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13 Kommentare

  1. Hallo Tania,

    ja, wovor haben die Menschen eigentlich Angst? Vor dem Unbekannten, vor neuen Gefühlen. Ich habe mal vor einiger Zeit einen Bericht gelesen, wo sie Menschen zu Veränderung befragt haben. Die meisten Menschen gaben an, sie hätten Angst vor dem neuen und so schlecht sei ihr Leben doch gar nicht. Sie bleiben also lieber in ihrem alten Leben, weil da alles bekannt ist, jeder Schritt, jedes Gefühl auch wenn es negativ ist, aber es sit bekannt. Dabei bieten sich einem oft so viele Möglichkeiten, wenn man Neues wagt. Man muss es dann aber auch sehen wollen und zulassen. Wie Du so schön schreibst – loslassen – denn nur mit leeren Händen kann man nach Neuem greifen. Es bieten sich einem oft soviele neue Möglichkeiten und Perspektiven, man erlebt neue Sachen, die beflügeln. Deshalb kann ich selber auch nur raten, wenn sich „Altes“ nicht mehr gut anfühlt, weg damit, das Neue ist meist sooo schön.

    Alles Gute dafür.

    Herzliche Grüße

    Alexandra

  2. Detlev

    Hallo Tania,

    bei meinen Beobachtungen der Menschen in meinem Umkreis meine ich erkennen zu können, dass die Angst vor Veränderungen mit steigendem Alter zunimmt. Das geht auch mir so. Mit Mitte zwanzig war ich noch viel „risikobereiter“ als heute. Da traute ich mir noch eher eine Veränderung zu und rückblickend bereue ich keine davon, obwohl nicht alles so glatt verlief wie ich es mir gewünscht hätte. Dennoch scheint die „Lebenserfahrung“ uns mit den Jahren zu raten, alles schön beim Alten zulassen – kein Risiko einzugehen. Schon komisch ;o)

    Viele Grüße
    Detlev

    • Hallo Detlev,

      hm, interessant Deine Beobachtungen. Meine sind ehr umgekehrt. Ich finde mit zunehmendem Alter hat man mehr Erfahrung und Gelassenheit und was soll schon groß passieren. Mein Leben und das es mir gutgeht ist doch das wichtigste im Leben. Und ab einem gewissen Alter ist es doch so, bis hierher bin bisher super gekommen, da schaff ich den Rest auch noch. Also, ganz umgekehrt meine Erfahrungen.

      Schöne Grüße

      Alexandra

      • Detlev

        Hallo Alexandra,

        Deine Beobachtungen sind wirklich interessant und Deiner Argumentation kann ich auch gut folgen. In vielen Situationen bemerke ich an mir natürlich auch das ich gelassener geworden bin und es kommt sicher auch auf die jeweilige Veränderung an die da zur Diskussion steht. Wenn man von sich sagen kann, dass man bis hierher bisher super gekommen ist, dann mag es vielleicht auch „einfacher“ sein. Wenn das Erreichen des aktuellen Lebensstandes jedoch nicht so einfach war, viel Kraft gekostet hat, die Akkus leer sind und man vielleicht auch so manche Entbehrung hinnehmen musste, dann fällt das Loslassen bestimmt etwas schwerer. So liegt die Art und Weise wie man mit Veränderungen umgeht bestimmt an der Art und Weise wie man bisher gelebt hat, bzw. durchs Leben gekommen ist.
        Ich finde jedenfalls, dass sich Deine Einstellung zu Veränderungen beneidenswert anhört. Ich wünsche Dir, dass Du diesen großen Schatz den Du da hast auch zu erkennen vermagst und Dich daran erfreust.
        Manchmal scheint es mir auch wie mit dem Frosch im Wasser zu sein. Wenn das Wasser langsam erwärmt wird, bleibt der Frosch drin, auch wenn es ihm nicht gut tut. Springt der Frosch hingegen in heißes Wasser, kommt er sofort wieder raus. An viele „unschöne“ Gegebenheiten scheint man sich zu gewöhnen und vielleicht bewertet man dadurch die Risiken / Chancen einer Veränderung auch nicht „richtig“. Und sicher ist es auch wie Tania geschrieben hat: „Das was man kennt, ist vertraut und es fühlt sich “sicher” an.“

        Viele Grüße
        Detlev

        • Hallo Detlev,

          jetzt hatte ich gerade soviel geschrieben und plötzlich war alles weg. Ich versuche das jetzt nochmal.

          Also, das hört sich vielleicht jetzt alles so verschönt an, aber mir ist in meinem Leben auch nicht alles zugeflogen, ehr im Gegenteil, ich habe mir viel erkämpft. Ich habe gegen viele Glaubenssätze gekämpft und kämpfe teilweise noch immer. Hier mal nur ein Beispiel: Früher sagte man mir in der Schule, ich sei dumm, blöd, ich schaffe das nicht etc. Also ab zur Hauptschule, hier wurde ich entsprechend behandelt. Ich dachte mir nö, also Mittlere Reife gemacht, Ausbildung, gejobt, gearbeitet, Abitur auf dem 2. Bildungsweg, studiert, gejobt, gearbeitet, gejobt, gearbeitet. Aber die Arbeiten haben mich immer krank gemacht, ich habe es nur des Geldes wegen gemacht. Weiterbildungen absolviert um meinem Ziel näher zu kommen. Jetzt mache ich das, was ich jetzt gerade machen will, was noch kommt, weiß ich nicht. Es waren immer steinige Wege. Aber das ist das was ich meine, bisher bin ich bis hier gekommen, oft mit wenig Geld, oft mit kaum noch Kraft, aber ich gebe nicht so schnell auf. Es gibt noch mehr Bereiche in meinem Leben, wo es so war. Klar kommt es immer auf die Art der Entscheidung an, auch ob man für sich alleine entscheidet und wer oder was davon abhängt. Allerdings habe ich mir abgewöhnt, meine Entscheidungen im Vorfeld zuvielen Menschen zu erzählen. Klar entscheide ich nicht immer alles nur alleine. Aber meine wirklich wichtigen Ziele, die ich noch habe, weiß eigentlich nur 1. Person. Auch habe ich festgestellt, dass meine Bauchentscheidungen im Leben die besseren, wichtigeren waren. Mit den Kopfentscheidungen ging es mir nie wirklich gut. Aber DANKE, ich werde mir meine Einstellung zu Veränderungen bewahren.

          Ich wünsche Dir alles gute für Deine Entscheidungen.

          Sonnige Grüße

          Alexandra

          • Detlev

            Hallo Alexandra

            Toll, dass Du Dir die Mühe gemacht hast und die verlorenen Zeilen nochmals aufgeschrieben hast. Du scheinst ja eine richtige Kämpfernatur zu sein – Hut ab. Ich bewundere Menschen die sich immer wieder motivieren können neue Dinge anzugehen und sich auch auf unwegsamen Gelände zurechtfinden. Gerade habe ich mit einem Freund gesprochen der seit langem mal wieder seine Wohnung verändert und sich ziemlich darüber freut, dass er diesen Schritt gegangen ist. Ich glaube das Schwierigste ist das Losgehen. Wenn man erst einmal die Entscheidung getroffen hat und den ersten Schritt gemacht hat, dann kommt auch der Motivationsmotor ins Rollen. Tja, ich kann nur nochmals wiederholen, dass ich glaube, dass Du da einen großen Schatz Dein Eigen nennen kannst. Ich wünsche Dir noch viele tolle, neue Entdeckungen auf Deinen Wegen. Jetzt wo ich einen Blick auf Deine Homepage geworfen haben, kann ich mir Deinen Wandel noch besser vorstellen. „….jetzt mache ich das, was ich jetzt gerade machen will“. Klingt wirklich gut. Mir fällt gerade so ein Spruch von einer dieser schönen Postkarten ein. „Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Ich weiß nur, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll“
            In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude und Erfolg auf Deinen Wegen.

            Alles Gute
            Detlev

  3. Anton

    Hallo Tania,

    Du trifftst den Nagel auf den Kopf. Auch bei mir stehen im Augenblick einschneidende Veränderungen an, und vor kurzem wurde eine Tür in einem Forum, in dem ich mich aktiv mitbeteiligt hatte, zugesperrt, ohne daß ich mich dagegen wehren konnte. Und beruflich steht bei mir eine Veränderung an, nachdem ich viele Jahre gegen eine innere Stimme oder Überzeugung einen Beruf ausgeübt habe, der mir keine Freude macht und der mich letztlich belastet.

    Ich suche eine neue Tür, die in eine andere Richtung geht und mir die Möglichkeit öffnet, noch einmal etwas Neues anzufangen. Doch ich scheu mich davor, kann nur schwer loslassen.

    Es kommt mir so vor, als müßte ich von einem 5- oder 10-Meter-Brett springen, und als ob ich das nicht könnte. Dabei ist sowohl das eine wie das andere falsch, denn ich kann gar keine wahre Aussage machen, wenn ich es nicht wenigstens einmal probiert habe.

    Ich werde mir Deine Zeilen bewußt vor Augen führen, auch das schöne Foto zum Thema Türen öffnen, und dann mal versuchen, mutiger zu sein als bisher.

    Also nochmal Danke, und bis vielleicht auf bald

    Anton

  4. Susi

    Hallo Leute,

    ich stelle mir auch und gerade in der letzten Zeit immer wieder die Frage, was es braucht, um eine Veränderung z.B bei mir im beruflihcen Bereich zu vollziehen. Früher war ich auch mutiger und bin zum Glück auch nie wirklich für eine mutige Entscheidung „bestaft“ worden. Ist es JETZT die Angst vor der Angst oder vielleicht Bequemlichkeit? Auf slle Fälle hat alles im Leben seine Zeit, ob wir uns verändern oder nicht. Und irgendwo las ich: „wenn die Entscheidung reif ist, weißt du sie….“
    Liebe Grüße an euch und Respekt vor Tania und ihrer Entscheidung…

    • Detlev

      Hallo Susi

      „…. wenn die Entscheidung reif ist, weißt Du sie….“ So scheint es mir oft zu sein. Meine Erfahrung ist auch die, dass manchmal der „Leidensdruck“ erst groß genug sein muss um den ersten Schritt zu gehen. Und dann gibt es noch diese Anstöße die kommen, was weiß ich woher, von einer Neugier und Unternehmungslust und scheinen so viel Freude zu versprechen. Und man brennt richtig darauf es auszuprobieren, den neuen Weg einzuschlagen. Das sind mir die Liebsten ;o). Solch einen Anstoß wünsche ich Dir.

      Herzliche Grüße
      Detlev

  5. Emma

    Liebe Frau Konnerth,

    ich bin über „Zeit zu leben“ auf Ihre Internetseite gestoßen und bin beeindruckt, erstaunt, begeistert, sprachlos, da sie anscheinend genau dieselben Interessen und Themen haben wie ich (das gibt es in meinem Bekanntenkreis nicht), und dort sind, wo ich gern hinwürde. Ich wünsche Ihnen (und ihren Pferden 😉 alles Gute!

    Emma

  6. Petra

    Liebe Tania,

    ganz lieben Dank für diese Betrachtungen zu dem Thema. Sie kommen – mal wieder – genau zur richtigen Zeit für mich… Und helfen somit, meinen Fokus auf die Dinge zu richten, die ich nicht anschauen wollte, die ich nicht hören wollte.

    Ich werde mich dem stellen und mich damit auseinandersetzen – und dann schauen, was wohl passieren wird.

    Ganz herzliche Grüße,

    Petra

  7. Sibylle

    Guten Morgen zusammen,

    ich erlebe in meinem Umfeld und in meinem eigenen Leben auch, dass ein Hauch von Veränderung in der Luft liegt. Menschen kommen an den Punkt an dem sie für sich erkennen „so geht es nicht weiter“. Diese Veränderungen sind persönlicher und beruflicher Natur.
    Ich stand lange Zeit hinter einer verschlossenen Tür. In manchen Situationen war ich der Meinung, dass ich nur lange genug warten müsste bis sich die Tür öffnen würde.
    Heute weiß ich, dass sich die Tür nie öffnen wird und das sie mir auch als Schutzschild gedient hat. Als Schutz nicht „nach draußen“ treten zu müssen, sich vor Enttäuschungen, Verletzungen und Versagensängsten schützen zu wollen.

    Ich habe heute gelesen, dass der Fortschritt Schritt für Schritt kommt. Die Veränderung passiert nicht von heute auf morgen. Und ich glaube auch, dass es für alles den geeigneten Zeitpunkt gibt.
    Dennoch gehört eine Mischung aus Mut und gutem Bauchgefühl dazu um diese Schritte zu gehen.

    Tania, ich finde es toll, was Sie gerade machen und ich finde es faszinierend, dass Sie Ihren Schritt zu einem ähnlichen Zeitpunkt gegangen sind, wo ich auch meine Entscheidung getroffen habe mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Nicht mehr zu warten, sondern es selbst zu gestalten.

    Ich wünsche uns allen eine spannende Entdeckungsreise durch unser Leben.

  8. Tania

    „Ich wünsche uns allen eine spannende Entdeckungsreise durch unser Leben.“ – was für ein tolles, tolles Motto! Danke dafür und für all die Rückmeldungen und Gedanken,
    Tania

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