Kleine Verräterin

Okt 14, 2011 von

Zwei Hände. Die eine, noch so jung, mit kleinen fetten Fingern und Grübchen auf dem Handrücken greift nach der anderen Hand, die alt ist, mit vielen braunen Flecken und hervortretenden Adern.

Meine eigene Hand, irgendwo dazwischen, nicht mehr jung und noch nicht alt. Sie gehört nicht in dieses Bild.

Ich hatte die Kleine erst gar nicht mitnehmen wollen, denn schließlich ist der Tod nichts für eine Fünfjährige. Aber sie bestand darauf, Opa zu besuchen. Und da ich keine Kraft für einen erneuten Machtkampf mit ihr hatte, nahm ich sie mit.

Im Auto auf der Fahrt hierher sang sie leise vor sich hin, während sie aus dem Fenster schaute. Draußen regnete es und die Menschen liefen unter bunten Regenschirmen wo immer sie gerade hinmussten. Wie laufende Pilze sahen sie aus, gesichtslos, eilig.

Ich unterdrückte den Impuls, meiner Tochter das Singen zu verbieten – nur weil ich traurig war, musste sie ja nicht auch unglücklich sein. Dennoch ärgerte mich ihre Fröhlichkeit.

Nun gehen wir durch die große Flügeltür des Krankenhauses, die sich automatisch öffnet und hinter uns wieder schließt.  Meine Tochter hüpft vor mir her. Sie scheint immun gegen den typischen Geruch, der mir nicht nur in die Nase, sondern in den Magen fährt. Die langen Gänge saugen jede Lebensfreude aus mir, auf sie scheinen sie keine Wirkung zu haben.

Ich will sie zurückhalten und ermahne sie, artig neben mir zu laufen. Aber sie hat, wie immer, ihren eigenen Kopf. So lasse ich sie hüpfen, was soll ich auch anderes machen.

Ihre und meine Schritte hallen in unterschiedlichem Takt vom Linoleum wider. Besucher und Patienten schauen uns an, in manchen Blicken ein Lächeln, in anderen Missgefallen.

Am Fahrstuhl besteht meine Tochter darauf, selbst den Knopf zu drücken. Ein weiteres Element Selbstbestimmung, mit der sie mir deutlich macht, dass sie inzwischen groß ist und mich nicht mehr braucht. Nicht für so etwas jedenfalls.

Auf der Station flirtet sie dann mit den Schwestern, die froh sind, heute nicht nur mein mürrisches Gesicht zu sehen, sondern das Strahlen meiner Tochter. Ein Kinderlachen dürfte bei ihnen selten zu hören sein.

Hier nun als wir in den kalten, hellgrün gestrichenen Raum gehen, in dem mein Vater liegt, zeigt sich, dass auch der Tod ihr keine Angst macht. Ich betrete das Zimmer mit geducktem Kopf und gebeugten Schultern, leise und vorsichtig, während sie lachend auf ihren Opa zuspringt, der mit geschlossenen Augen in seinem Bett liegt und so tot aussieht, wie schon all die vielen Tage zuvor.

„Hallo Opa, ich bin da.“ Sie patscht ihre kleine Kinderhand, an der noch Schokoladensoße klebt, auf die meines Vaters, die schlaff daliegt.

Mit dieser Geste schafft sie das, was mir unmöglich ist: die Mauer zu durchbrechen, die sich zwischen mir und dem Sterbenden aufgebaut hat. Während ich sie körperlich spüre, scheint sie für meine Tochter gar nicht existent.

Kleine Verräterin.

Das ist der Zauber der Unbedarftheit. Für Kinder gibt es all das noch nicht: Scham, Rücksicht, Ehrfurcht. Sie hat keine offenen Rechnungen mit dem alten Mann, sie hat keine Wunden von ihm davongetragen. Sie sieht ihren Opa und nicht den Despoten und nicht den sterbenden Mann. Der Tod ist für sie noch einfach nur eine weitere Wunderlichkeit in dieser Welt, die voll davon ist. Sie weiß noch nichts von Verlust und Schmerz, sie weiß noch nicht, was es heißt, wenn ein Mensch für immer geht.

Für diesen Augenblick möchte ich schwören, niemals zuzulassen, dass sie all das lernt, damit sie weiter auf diese Art durch die Welt gehen kann. Doch weiß ich, dass mir das nicht gelingen wird. Sie wird erfahren, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren, so, wie wir alle es gelernt haben.

Mein Vater öffnet die Augen. Was in den letzten Tagen nichts als zwei ausdruckslose Löcher waren, sind nun wache Augen, die sehen wollen, wer da gekommen ist. Nicht mich schaut er an, nur sie.

Es tut weh. Wie sollte es auch nicht weh tun.

Meine Tochter kann das, was mir nicht möglich ist: meinen Vater zu erreichen.

Sie zögert keinen Moment lang, nicht einen Augenblick zweifelt sie. Für sie ist klar, dass er sich so über sie freut, wie sie sich über ihn freut. Für sie liegt dort ihr Opa, kein todkranker Mann. Sein Siechtum interessiert sie nicht, während es für mich alles geworden ist.

Und das ist es, was uns so unterscheidet. Was es mir unmöglich macht, meinen Vater zu berühren. Oder mich von ihm berühren zu lassen. Von seinem Sterben, seinem Tod.

Tränen steigen mir in die Augen, wie so oft in diesen Tagen. Tränen der Wut. Tränen der Angst. Tränen der Ohnmacht. Ich will schreien, will wegrennen. Will all das nicht mehr erleben müssen. Ich will, dass es endlich ein Ende hat und dass dieser alte Mann dort, der mein Vater ist, stirbt. Und mit diesem Gedanken kommen die Scham und das Gefühl, als Tochter zu versagen.

Müsste ich ihn nicht lieben, gerade jetzt? Müsste ich nicht endlich verzeihen können? Mir und ihm. Wann, wenn nicht jetzt.

Ich kann es nicht.

Meine Tochter hingegen plaudert fröhlich mit ihrem Opa. Erzählt ihm vom Kindergarten, von ihrer Puppe und von unserer Hündin Leila. Sie bohrt selbstvergessen in der Nase, kichert, als sie sich ertappt fühlt und betatscht dann wieder seine Hand.

„Du riechst komisch, Opa.“ sagt sie.

Ich werde rot, doch das Beben, das durch den hageren Körper meines Vaters geht, scheint ein Lachen zu sein. Er lacht, mein sterbender Vater lacht. Mich treibt der Gestank seines Verfalls in den Wahnsinn, während er und seine Enkelin darüber lachen können.

Da wird mir bewusst, dass ich nichts davon abbekommen kann, was die beiden dort teilen. Ich bin zu nah am Geschehen, ich bin zu sehr Tochter.

Für einen Moment sehe ich uns beide – mich und meine Tochter – in ferner Zukunft. Ich sehe, wie sie meinen Arm stützt, während wir durch einen Park gehen. Ich, kaum noch in der Lage, meine Füße voreinander zu setzen. Meine Hände zittern und ich rede über die Tauben, die so schön fliegen.

Wird sie an meinem Altwerden genauso scheitern, wie ich jetzt an dem meines Vaters? Wird sie meinen Verfall ebenso schmerzlich empfinden? Oder bringt sie auch dafür das mit, was mir so fremd ist? Die Fähigkeit, das was ist, anzunehmen?

Wenn ich meinen Vater ansehe, sehe ich nur noch die Quelle von Schmerz. Ich sehe einen alten Mann, den ich nicht mehr lieben will, weil ich weiß, dass ich mich verabschieden muss und weil ich genau das nicht kann. Ich sehe einen Mann, dem ich so viel sagen möchte und ich weiß, das nichts davon meine Lippen verlassen wird. Ich sehe ihn ihm mein eigenes Unvermögen und meine Hilflosigkeit.

Einen Moment lang ist es still.

„Du, Opa, stirbst du?“

Mein Vater schaut meine Tochter an und nickt fast unmerklich.

„Und, hast du Angst davor?“

Wieder dieses kaum wahrzunehmende Nicken.

„Das brauchst du nicht.“ höre ich meine Tochter sagen. „Wir kommen doch nach, irgendwann. Erst die Mutti und dann ich.“

Sie versucht mit ihrem Händchen sein Gesicht zu erreichen, doch sie ist zu klein, um heranzukommen.

Ich hebe sie hoch und sie streicht dem alten Mann über die eingefallene Wange. Damit wird das möglich, was ich allein nicht vermag: ein Kontakt. Und für diesen Moment gibt es nichts sonst auf der Welt als nur uns drei.

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37 Kommentare

  1. WOW!

    sehr eindrucksvoll geschrieben,

    DANKE!!!

  2. Marion Hahn

    Vielen Dank, in dieser Geschichte spüre ich sehr deutlich, wie eng das Leben mit dem Tod verbunden ist

  3. Ursula

    Wie wunderbar! … ich weine … ein Bisschen … wie wunderbar …

  4. Gabi

    Ich bin überwältigt. Eine Geschichte, die mich unendlich berührt. Sie sagt soviel darüber, wie es uns im Leben ergeht, wie wir fühlen, wie hilflos wir manchmal sind. Es ist gut, dass die Kinder diese schwere Last noch nicht tragen müssen. Ach könnten wir doch auch so unbeschwert bleiben!

    • Elfriede

      Hallo Gabi !

      Ich wollte gerade genau die selben Worte schreiben. Es wäre schön, wenn wir manchmal so wie Kinder sein könnten.

      Liebe Grüße
      Elfriede

  5. Danke, eine Geschichte die mich sehr berührt.

  6. Florinda

    …ich weine auch ein bisschen..ich kann deine Gefühle, Tanja , so so gut nachvollziehen! danke für deinen Mut, sie aufzuschreiben und zu teilen…

  7. Barbara Rossmeissl

    sehr authentisch, sehr ehrlich, sehr treffend und gefühlvoll, sehr mutig!

  8. Martina

    Eine wirklich berührende Geschichte, die uns schmerzvoll mit dem Thema Verlust konfrontiert. Nicht nur der Verlust eines für uns wichtigen Menschen, sondern auch der Verlust unserer Fähigkeit, vorbehaltlos anzunehmen was ist.

  9. …sehr eindrucksvoll und ehrlich diese Geschichte
    …einfach wunderbar

  10. Wie wunderwunderschön, Danke dafür, mir lief es kalt den Rücken runter beim Lesen!

  11. Diana

    Mit Tränen in den Augen und einem Lächeln auf den Lippen lese ich diese Geschichte. Danke!

  12. Sonja

    welch‘ berührende Geschichte, mir fehlen die Worte,
    sie macht mich still,
    beeindruckt mich,
    und lässt mich demütig sein, all unseren Kindern gegenüber,

  13. Regina

    Liebe Tania,

    das ist eine wunderbare, tief berührende Geschichte, die alte, längst vergessene Bilder in mir wachgerufen hat. Als mein Vater starb, war ich in dem Alter, auch so eine ‚unbedarfte‘ Tochter zu haben. Doch ich hatte sie nicht. So sass ich oft allein an seinem Bett. In mir das auch durch ihn verbogene ‚innere kleine Kind‘, das verletzt und sich ungeliebt fühlend, ohne seine Berührung und ohne seinen Trost zurückblieb. Nach der Mutter ging nun auch er.
    Erst Jahre nach seinem Tod und intensiver Beschäftigung mit meiner Familiengeschichte fand ich – über Raum und Zeit hinaus – den Schlüssel zu seinem Wesen. Seitdem weiss ich ganz einfach, dass der Tod nur eine Tür zu einem anderen Bewusstseinszustand ist, und ‚Begegnung und Berührung‘ möglich sind. So möchte ich andere Menschen ermutigen, den Kontakt zu ihren jenseitigen Lieben zu suchen und sich auszusöhnen. Es funktionierte tatsächlich über den inneren Dialog, das Schreiben von Briefen, worin ich alles ausgedrückte, was mich bewegte. Gebeten, Segnungen folgte Annahme dessen, was war/ist und das befreiende Empfinden von Vergebung – auf beiden Seiten. Ich bin dankbar und gestärkt daraus hervorgegangen, mit dem Wissen, geliebt zu werden. Mein ‚Jetzt‘ lebt sich seitdem freier, unbelasteter, und die ‚innere Kleine‘ ist wieder – unbedarft – sie selbst.

    Herzliche Grüsse
    Regina

  14. Anja

    Liebe Tania,
    wieder eine Geschichte, wie das Leben sie schreibt. Und von Dir ganz toll in Worte gefasst.
    Ich konnte Ähnliches selbst erleben. Meine Omi ist mit 90 Jahren im Pflegeheim, leider etwas demenzerkrankt. Für mich, als erwachsene Enkelin, ist es sehr schlimm, zu erleben und vor allem, zu akzeptieren. Da ich selber schon Omi bin, haben wir eines Tages unsere Kleinste mit zur Omama genommen (wir wohnen 500 km entfernt). Ein herrlicher Augenblick. Die trüb dreinblickenden Augen meiner Omi bekamen Glanz und sie lächelte die ganze Zeit. Einfach nur schön. An diesem Tag haben wir ein Foto gemacht, auf dem 5 Generationen drauf sind: meine Omi, meine Mama, ich, meine Tochter und meine Enkelin. Und alle lachen. Kein Zeichen von Demenz o.Ä. Wenn ich jetzt meine Omi besuche, fragt sie jedesmal nach ihrer Ururenkelin. Ist das nicht wunderbar?
    Liebe Grüße,
    Anja

  15. Eine wunderbare Geschichte zeigt sie doch deutlich wie einfach Naehe ist. Unsere Gedanken schaffend die Grenzen.

  16. Elfriede

    Diese Geschichte ist mit so viel Liebe geschrieben, dass einem die Tränen kommen. Überhaupt wenn man schon seine Lieben begleitet hat. Es wäre schön, wenn wir so wie Kinder sein könnten in so mancher Lebenslage. Einfach danke !

    Liebe Grüße
    Elfriede

  17. Frizzi

    ist DAS schön – ganz wunderbar.
    auf diese art und weise kann man auch sich selbst näher kommen – genau so. das eigene unvermögen und die andersheit spüren, erinnern und reflektieren zum friedenschliessen mit den dingen der vergangenheit, mit dem alten mann (der für jeden steht, der geht)und mit sich selbst.
    ganz wunderbare geschichte.
    ich arbeite gerade selbst trauermomente auf und diese geschichte passt ganz grossartig!

  18. Erika

    Eine sehr schöne Geschichte, ich bin Altenpflegerin und habe es in der Hauptsache mit am Demenz Erkrankten Senioren und Seniorinnen zu tun. Kinder, und ganz besonders kleine Kinder bereiten unseren Bewohnern immer große Freude. Kleine Kinder sind sehr ehrlich, genau wie unsere Bewohner. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum sie sich so gut verstehen. Es gibt keine Lügen und keine Heucheleien, auf beiden Seiten.
    In diesem Sinne

  19. Tania

    Ich bedanke mich ganz, ganz herzlich für all die wundervollen Rückmeldungen.

    Tania

  20. Horst R.

    Liebe Tania,

    Du hast es einfach – das Herz ansprechend – in Worte gefasst. Danke.
    Mein Vater war noch mobil und hat alle nahen Verwandten, sozusagen als Rundreise, einen Monat vor seinem Tod besucht. Ich weiss noch genau wie ich ihn umarmt habe. Der Worte darüber bedarf es nicht. Als ich ihn Wochen später sah, war er schon weg – nur eine leere Hülle konnte ich berühren… Jetzt spüre ich manchmal „eine Anwesenheit“ – ein Duft wie von Rasierwasser oder ein Gefühl, dass geschaut wird.
    Wünsche noch eine schönes Wochenende.

  21. Daniela

    Wundervoll!!! Ich habe lange nicht mehr solch anrührende Geschichten gelesen. Danke!

  22. Sylvia

    … wunderbar!!! Und dankeschoen. Heulende Gruesse – aber erleichternd!

  23. Beate

    …die gleichen Gedanken hatte ich beim Sterben meines Vaters und auch meiner Mutter auch…ich erreichte sie nicht. Aber die Brücke durch das Enkelkind….mir kommen die Tränen…

  24. Klaus W.

    Wie war das mit Satz „Kinder kommen in das Himmelreich“?
    Das viel mir als nicht sehr christlicher Menschen ein. Die Beschreibung und die Kommentare treffen genau die Phase zwischen Leben und Sterben und wie man/frau damit umgehen kann und sollte. Neben der Rührung, und auch ich schäme mich nicht meiner Tränen, kam schnell ein weiteres Gefühl von „Glücklichsein“ hinzu. Allein deswegen, weil ich die positiven, ehrlichen und normalen Reaktionen durch die unverkrampften kindlichen Fragen sehe und höre. Es zeigt mir eine Handlungsoption auf, die ich gerne für fest auf uns zukommenden Tag als auch für andere emotionale und schwierige Situationen hinüber retten möchte. Danke für die Inspiration! Es wird ein schöner Tag!

  25. Uschi

    danke für deinen wundervollen Text, er berührt mich sehr. Mir ging es ähnlich mit dem langsamen Sterben meines Vaters. Als einzige Tochter ist man zeitweise recht hilflos. Mein Sohn, damals 21 konnte es nicht ertragen, seinen Opa sterben zu sehen und durch oder mit ihm ist es mir gelungen zu weinen.Los zu lassen, uu danken, für all das was er uns Gutes getan hat und zu verzeihen für das was ihm hinsichtlich meiner Erziehung nicht geglückt ist.

  26. Klara B.

    Liebe Tanja, wow kann ich auch nur sagen,vor 10 Jahren hab ich so eine ähnliche Geschichte erlebt. Ich saß am Krankenbett bei meinem Vater mit meinen drei kleinen Mädchen. Sie haben ihren Opa umringt, ihn gestreichelt und sind nicht mehr von seiner Seite gewichen.Er war sonst immer ein Mensch der sehr auf Distanz war, aber plötzlich schien er den kleinen Mädchen so nahe zu sein, und diese Nähe unendlich zu geniesen.Ich selber saß wie gelähmt daneben auf dem Stuhl . Ich werde dieses letztes Treffen nie vergessen,in der selben Nacht ist er im Krankenhaus verstorben.
    Vielen Dank für diese schöne Geschichte.
    lieb Grüße Klara B.

  27. Barbara

    Eine wunderbare Geschichte…wir können so viel von unseren Kindern lernen, wir sollten nur immer wieder hinschauen und -hören!!!!

    Liebe Tanja, ich freue mich sehr über deine ersten newsletter, die sehr gelungen sind. Du berührst die Herzen der Menschen in Wort und Bild!
    Das hatte ich als „alte Leserin“ von Zeit zum Leben inzwischen sehr vermisst.

  28. Günther

    Ich könnte keine, für mich, zutreffendere Worte finden, als Marina:
    „Eine wirklich berührende Geschichte, die uns schmerzvoll mit dem Thema Verlust konfrontiert. Nicht nur der Verlust eines für uns wichtigen Menschen, sondern auch der Verlust unserer Fähigkeit, vorbehaltlos anzunehmen was ist.“

  29. Wie gut ich mich in dich hineinsetzen kann. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis als mein Vater starb. Im Spital am Sterbebett, die Scheu ihn zu berühren. Die Scheu ihm zu sagen wie sehr ich ihn liebe und gleichzeitig hasse. Wie sehr ich gehofft hatte dass er mir wenigstens in seinen letzten Minuten sagt dass ER mich liebt. Ich ging runter an den Kiosk um ein Kerzengebinde zu kaufen. Es war ja kurz vor Weihnachten. Als ich zurück kam war er tot.

  30. Peggy Labudda-Hoppenrath

    Liebe Tania,
    eine wundervolle Geschichte vom Leben, dem Tod, Gefühlen, Loslassen, Akzeptieren und vor allem der Liebe.
    Danke, die Geschichte ist zum Weinem schön.
    Liebe Grüße Peggy

  31. Tina

    Ein wunderbares Beispiel, wieviel wir von unseren Kindern lernen können, wenn wir nur hinschauen. Die Brücke aus stillschweigender Übereinkunft, die meine Tochter mit meiner Mutter verbindet, gibt beiden Kraft. Das finde ich wichtig. Gut zu spüren, dass beide einen Verbündeten gefunden haben. Es macht beide reicher – und mich damit auch.

  32. Karin Roth

    Die Geschichte ist berührend und hat mich wirklich bewegt. Danke für diese Zeilen.

  33. Eva

    Danke für diese wunderbare, berührende Geschichte!

    Mein Vater ist sehr dement – ein Impuls, damit umzugehen, in Deinen Worten für mich, danke!

    Über April kam ich hierher und ich bin sehr froh darüber 🙂

    Alles Liebe
    Eva 🙂

  34. Babette

    Super bewegend und toll geschrieben!
    :-* Babette

  35. Jutta Bauer

    Liebe Tania, liebe Leser
    Danke für diesen schönen Artikel.

    Ähnliche Situation habe ich jetzt auch hinter mir. Mein Vater hatte die letzten 9 Monate Bauchspeicheldrüsenkrebs und unendliches Leiden.
    Es fällt einem schwer die Situationen anzunehmen und mit umzugehen.
    Ich habe es geschafft es zu akzeptieren und in langsamen Schritten Abschied zu nehmen. Letztendlich, wenn der Tod dann doch eintritt ist es doch eine heftige Erfahrung, die es zu bewältigen gilt.
    Aber wie ihre Tochter schon sagt, wir kommen alle nach, das ist sehr beruhigend
    und lässt einen hoffen auf eine andere Aufgabe danach!
    Ich bin dankbar dafür, dass ich meinen Vater gehabt habe und behalte Ihn in guter Erinnerung.
    Allen Menschen, die in diese Situation einmal kommen rate ich sie anzunehmen, dann kann man besser damit umgehen und man kann es besser verarbeiten!
    Allen trauernden wünsche ich eine Zeit der Heilung und dass Sie vergeben können!

    Danke für die schönen Beiträge und Bilder und bis bald mal wieder.

    Schönes WE
    Grüße v. J. Bauer

  36. Petra

    Liebe Tania,
    ich habe die Geschichte gestern gelesen und sie hat mich sehr bewegt.

    Mein Vater wird mit seinen 87 Jahren jeden Tag körperlich etwas schwächer und bemerkt seine Schwäche und kämpft dagegen an. Noch kann er selbstständig kleine Strecken gehen, aber wie lange noch? Er ist geistig voll da und lebt mit meiner Mutter noch im eigenen Haus. Wir haben in der Familie viele verbale Kämpfe mit ihm, weil wir ihm helfen und ihm das tägliche Leben erleichtern wollen. Leider denkt er oft, dass wir ihn bevormunden möchten und sieht das Gute erst immer dann, wenn es vorher Streit gegeben hat. Deine Geschichte zeigt mir, wie wichtig es ist, Auseinandersetzungen zu ertragen und nach der Versöhnung weiterhin im Kontakt miteinander zu bleiben, miteinander zu reden und sich auszusöhnen. Es ist für alle Seiten, sei es für den Betroffenen als auch für die Kinder und Enkelkinder schmerzhaft zu sehen, wie alles schwerer geht und mehr Zeit braucht. Auch meine Mutter leidet sehr unter der Situation.

    Ich nehme aus deiner Geschichte für mich mit, dass ich toleranter und geduldiger meinem Vater gegenüber sein möchte, um ihm den Verlust seiner Selbstständigkeit zu erleichtern, aber seine Würde zu bewahren und es gemeinsam mit ihm zu tragen. Eigentlich ist es doch das, was unser Leben ausmacht, Liebe zu geben und Liebe zu bekommen. Und das sollen meine Eltern zu ihren Lebzeiten bekommen, denn ich möchte später ohne Reue auf die Zeit mit ihnen zurückblicken können.

    Vielen Dank für deine Offenheit und den Anstoß für mich!
    Liebe Grüße sendet
    Petra

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