Selbstfindung

Mrz 2, 2012 von

„Selbstfindung ist kein Beschluss, den man fassen kann, sondern ein Lernprozess, der gelingen und scheitern kann.“

Annelie Keil

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5 Kommentare

  1. Wolfram Meyer

    Ein einfaches Beispiel. Ich will mir einen Schlips kaufen und fasse den
    Entschluß, mir einen grünen zu kaufen. Den Schlips will ich auf dem Parteitag der gelben Schlipse tragen.
    Die gelben Schlipse bilden die absolute Mehrheit.
    Jetzt erst beginnt ein Lernprozess. Da ich einer der Kandidaten bin, die zur Wahl stehen, könnte die Farbe des Schlipses eine Rolle spielen.
    Einem Lernprozess geht immer ein Beschluß voraus, egal ob er bewußt oder unbewußt von mir gefasst worden ist. Selbstfindung ist also immer mit einem Beschluß verbunden. Selbstfindung ohne Beschluß, ist wie rudern ohne Ruder.

  2. Martina

    Einspruch!
    Hier möchte ich erst mal erfahren, ob Wolfram Meyer sich den Schlips gezielt für den Parteitag der gelben Schlipse gekauft hat. Wenn ja, dann frage ich mich, was das wohl für ein Mensch ist. Ein äußerst naiver, ein selten dämlicher, ein mit Leidenschaft provozierender oder einfach ein Mensch, der gedankenlos zur Tat schreitet? Was will dieser Mensch dem Wahlvolk sagen? „Seht her, ich rage aus der Masse heraus, schere mich nicht um äußerliche Zeichen der Zusammengehörigkeit, bin der geborene Führer, also wählt mich.“, oder „Ups, der grüne Schlips passt einfach besser zu meinem Anzug.“ Die Wahrnehmung, dass die gelben Schlipse in der überwiegenden Mehrheit sind, führt zu der Überlegung, ob die Farbe des Schlipses wohl ausschlaggebend für seine Wahl bzw. Nichtwahl sein könnte. Was lernt der Mensch daraus? Vielleicht nichts. Denn wird er nicht gewählt, wird Wolfram kaum den wahren Grund erfahren. Er wird also nicht wissen, ob die Farbe des Schlipses eine Rolle spielte.

    Anne Keils Aussage kann ich eher zustimmen. Wer fasst schon den Beschluss, sich selbst zu finden? Es ist wohl eher so ein Gefühl, dass im eigenen Leben einige Dinge verdammt schief laufen.Und der Mensch macht sich auf den Weg zu erkunden, was ihm wirklich wichig ist im Leben. Meine persönliche Kurzfassung: Sich selbst erkennen, sich annehmen und die eigenen Bedürfnisse leben. Das kann ein langer und schmerzhafter Prozess sein. Sich selbst zu erkennen und sich mit all den persönlichen Stärken und Schwächen selbst anzunehmen, das mag ja noch klappen. Geht es darum, die eigenen Bedürfnisse zu leben, dann können wir wirklich kläglich scheitern. Die meisten Menschen leben in einem sozialen Gefüge und wer schafft es da auszubrechen,wenn er seine eigenen Bedürfnisse nicht anders leben kann?

  3. ich stimme dem zu! es ist ein lernprozess. etwas das man weniger beabsichtigt. dem man aber nachhelfen kann, indem man sich zeit für sich nimmt. im alltag immer etwas schwer. aber was ist schon alltag?

    aber die zeit mit sich allein regt zum nachdenken an. man reflektiert. das geht nicht von jetzt auf gleich, von heute auf morgen sondern braucht zeit. selbstfindung ist für mich auch eher etwas wie „wieder zu sich finden“. zu dem wer man eigentlich ist und nich zudem, den die Gesellschaft geformt hat.

  4. Hallo,
    der Artikel ist zwar schon etwas älter, allerdings ist das Thema absolut zeitlos.

    Selbstfindung beginnt für mich mit einem Gefühl. Ein Gefühl, das immer stärker wird und dem ich mich nicht entziehen kann. Das kann sein, dass ich unzufrieden und unglücklich bin, keinen Sinn mehr in dem finde, was ich gerade tue, oder etwas in der Art.
    Wenn ich mir dann die Zeit nehme und dem Gefühl nachgehe, darüber reflektiere und versuche herauszufinden, was nicht mehr stimmig ist in meinem Leben, dann kann ich beginnen, einen neuen Weg zu gehen. Und wenn ich es richtig mache, diesen Lernprozess akzeptiere, durchlaufe und ihn umsetze, kann ich mir wirklich dabei selbst begegnen 😉

    Es könnte nicht einfach sein, aber es lohnt sich auf jeden Fall.

  5. Kann ein Lernprozess nicht auch eine Abfolge von mehreren getroffenen Beschlüssen sein? Schließlich entscheidet man sich doch an jeder Wegkreuzung neu, wohin man gehen will und dann immer mit der Erfahrung des bereits gegangenen Weges.

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