Kreatives Schreiben

Feb 13, 2012 von

Haben Sie Lust auf das kreatives Schreiben? Aber Sie glauben vielleicht, dass es dafür viel Vorbereitung, Material, Vorwissen und dergleichen braucht, um loslegen zu können? Das stimmt nicht! Hier finden Sie einige hilfreiche Tipps für den Schreibstart.

Das Wichtigste haben Sie bereits – Sie können lesen und schreiben! Ansonsten brauchen Sie für den Start einen Stift und ein Blatt Papier.

Und darüber hinaus brauchen Sie nur noch etwas Mut. Mut, Worte aufs Papier zu bringen.

Was Sie zunächst nicht brauchen

Sie brauchen für den Beginn keine Anleitungen, Stilguides oder Rechtschreibregelbücher. Sie müssen weder die Kommataregeln perfekt beherrschen, noch müssen Sie Wörterbücher auswendig lernen. Sie brauchen keine Richtlinien und keine Kritiker.

All das behindert die meisten Menschen dabei, einfach munter drauf loszuschreiben. Aber genau das ist ganz wichtig. Schreiben lernt man nur durch das Schreiben. Egal, wie viele Fehler Sie machen, egal, ob die Texte zu lang, umständlich oder fad sind – wichtig ist, dass Sie schreiben!

Was hilfreich ist

Sehr nützlich ist, wenn Sie eine möglichst große Lust zum Schreiben mitbringen. Fabulierlust, Dichtlaune, Erzählfreude – das sind wertvolle Motivationsquellen.

Hilfreich können auf längere Sicht Wörterbücher sein. Die meisten Menschen nutzen im Alltag einen mehr oder weniger begrenzten Wortschatz – den so genannten aktiven Wortschatz. Über die Begriffe, die wir automatisch täglich nutzen hinaus, kennen wir aber viel mehr Wörter – das ist der passive Wortschatz. Leider fallen uns Wörter nicht immer dann ein, wenn wir sie brauchen. Und genau dafür sind Wörterbücher eine feine Sache.

Ich würde, wenn Sie merken, dass Sie dauerhaft schreiben möchten, die Anschaffung folgender Werke empfehlen:

  • Ein Wörterbuch der deutschen Sprache – Ein solches Werk dient als Nachschlagewerk oder auch zum Stöbern zwischendurch. Sie können sich angewöhnen, täglich für 10 Minuten darin zu blättern und werden damit Ihren Wortschatz ganz automatisch stetig erweitern. Sie sollten hier ein möglichst umfangreiches Werk wählen. Die kosten zwar mehr, aber wenn es darum geht, den Wortschatz zu erweitern, dann sollte das Buch möglichst viele Begriffe beinhalten.
  • Ein Synonymlexikon – Das ist für den alltäglichen Gebrauch sehr nützlich. Wer schreibt, wird immer wieder an einen Punkt kommen, wo man ein Wort schon mehrfach benutzt hat – aber es fällt einem einfach kein anderer Ausdruck dafür ein. Ein Blick in ein Synonymlexikon zeigt eine Fülle an sinnverwandten Begriffen, so dass Sie Ihre Texte reicher und bunter gestalten können.

Extra-Tipp: Viele Textverarbeitungsprogramme, wie z.B. Word, bieten auch einen so genannten “Thesaurus”, mit dem Sie oft schon ein gutes Stück weiterkommen können.

Was es sonst noch gibt

Wer mit dem Schreiben beginnt und sich ein bisschen umschaut, wird schnell auf eine Fülle von Möglichkeiten stoßen, sich damit zu befassen.

Schreibforen, Schreibzirkel u.ä.

Zunächst können Sie mit anderen Schreiberlingen in Kontakt kommen. Im Internet gibt es z.B. viele Seiten mit Schreibforen und Schreibwerkstätten und im “realen Leben” Schreibzirkel und dergleichen mehr.

Kontakte zu anderen Schreibern können sehr inspirierend, aber auch ausgesprochen frustrierend sein. Hier ist empfehlenswert, sich vorher gut zu überlegen, was man sich “zumuten” will. Schreibforen, in denen Texte regelmäßig zerfetzt und auseinander genommen werden, sind etwas, das sich meiner Ansicht nach gerade Schreibanfänger/innen nicht antun sollten. Achten Sie auf eine angenehme, sympathische und wohlwollende Atmosphäre.

Seminare, Workshops u.ä.

Es gibt auch Workshops und Seminare zu den verschiedensten Themen rund um das Schreiben. Von mir gibt es z.B. einen Selbstlernkurs Kreatives Schreiben, der sich speziell an Einsteiger richtet oder einen Selbstlernkurs zum autobiografischen Schreiben, der für alle ist, die ihre eigene Lebensgeschichte schreiben erforschen möchten. Es gibt aber auch Fachseminare z.B. zum journalistischen Schreiben, Werbetexten und mehr.

Ob solche Kurse sinnvoll sind oder nicht, lässt nicht verallgemeinernd beantworten. Es gibt Menschen, die sich sehr gut aus sich selbst heraus motivieren können. Andere brauchen einige Anstubser von außen, um in Schwung zu kommen. Einigen fallen Schreibthemen zuhauf ein, andere tun sich mit der Themenfindung eher schwer.

In solchen Kursen werden in der Regel Methoden vermittelt und Themen angeboten, so dass Sie einen äußeren Rahmen für das Schreiben bekommen. Auch erfahren Sie etwas darüber, wie Ihre Texte auf andere Menschen wirken und Sie finden in dem, was Sie von anderen lesen können, Inspirationen. Auch hier würde ich Ihnen empfehlen, darauf zu achten, dass es sich um konstruktives Feedback und nicht um vernichtende Kritik oder auch “Korrekturen” handelt.

Die Frage, ob solche Kurse online oder “real” besser sind, ist eine Frage des Geschmacks – manch einem liegt die Online-Arbeit mit der freien Zeiteinteilung, andere brauchen einen realen und direkten Kontakt zur Lehrperson.

Tipp: Stellen Sie immer schon im Vorfeld all Ihre Fragen, damit Sie klären können, ob ein Angebot für Sie sinnvoll ist oder nicht.

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9 Kommentare

  1. Ute M. Mertes

    Ich kann diesen Zeilen sehr gut zustimmen. Ich schreibe z. B. Geschichten für meine Enkelkinder, vorwiegend über Tiere. Diese Geschichten habe ich jetzt Kindern und Senioren vorgelesen, um auch sie zu ihrer Kreativität anzuregen. Vor allem Senioren, die oft das Leben „leid“ sind, können hier sehr viel für sich tun. Im März beginne ich mit einer „Schreib-Werkstatt“. Mal sehen, was dabei heraus kommt.

    Alles Liebe

    Ute

  2. „Fabulierlust, Dichtlaune, Erzählfreude“ – herrlich inspirierend :-) – neben Deinem Artikel über Schreibblockaden haben mir diese drei Worte Starthilfe gegeben, denn schon seit Wochen will ich 2 Gedichte schreiben, die mir noch für die Teilnahme an einem Wettbewerb fehlen.

    Vielen, lieben Dank – Jetzt bin ich in der Stimmung! Solch anregende Lektüre wie diese kann auch über „Schreibblockaden“ oder Rumwinderei hinweghelfen.

    Beste Grüße, Yvonne

  3. memowriter

    Ich sehe das genauso und bin begeistert von der Perspektive endlich schreiben zu lernen.

  4. Hi Tania,
    da ich selber viel mit Schreiben zu tun habe (den Wettbewerb habe ich z.B. mitkreiert), bin ich immer auf der Suche nach Leuten, die auch gerne schreiben bzw. die noch Tipps zum Bessermachen haben. Ich fühle, dass ich noch immer Potential nach oben habe… Manchmal fehlt es aber an Ideen. Schön, wenn man dann eine Seite wie diese hier findet.

  5. Elra

    Also Ideen habe ich tausendfach, mein Kopf produziert sie sozusagen am laufenden Band. Leider ist genau das der Nachteil, weil ich oft mit dem Aufschreiben nicht hinterherkomme. Dann wird die Idee erst einmal als „Notiz“ in Kurzfassung geschrieben – für später mal zum Ausformulieren. Klar, das Später kommt nie, weil mein Kopf schon wieder mit einer neuen Idee beschäftigt ist. Und so komme ich nie zu einer ganzen, ausformulierten, romanfertigen Geschichte…

    Gibt es für dieses Problem auch einen Tipp? (Bin für jeden dankbar :))

    • Tania

      Liebe Elra,

      das ist ein recht typisches Phänomen bei kreativen Menschen und ich kenne es selbst sehr gut.

      Auf der einen Seite empfinde ich das als etwas Wunderschönes, wir kommen zumindest nie in die Verlegenheit, dass uns die Ideen ausgehen! :-)

      Auf der anderen Seite kann es unzufrieden machen, das ist wahr.

      Grundsätzlich können diverse Selbstmanagement-Strategien zu mehr Selbstdisziplin führen, so dass man sich damit dazu bringen kann, auch längere Texte zu schreiben. Ich persönlich würde aber zunächst zu verstehen versuchen, welche Gründe ich IN MIR finden kann, die mich abhalten, auch mal was Längeres zu schreiben. Das sind nämlich in den seltensten Fällen wirklich die vielen Ideen, sondern ganz andere Dinge, wie z.B. Versagensängste, Selbstkritik und dergleichen mehr.

      Sollten es wirklich „nur“ die vielen Ideen sein, würde ich genau mit den vielen Ideen arbeiten, als z.B. mit einer Geschichte über einen schreibenden Menschen beginnen, der vor lauter Ideen nicht zum Schreiben kommt oder eine Fantasy-Geschichte über das Land der Ideen schreiben oder so etwas.

      Ich finde es immer wichtig, nicht GEGEN sich, sondern MIT sich zu arbeiten.

      Lieber Gruß,
      Tania

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