Das perfekte Haus

Aug 18, 2011 von

Ein Einsiedlerkrebs lebte auf dem Meeresboden ganz in der Nähe einer schönen Koralle. Er besaß ein feines Schneckenhaus, in das er sich jederzeit zurückziehen konnte.

Doch eines Tages schien ihm sein Schneckenhaus nicht mehr gut genug zu sein: „Ich bin ein angesehener Einsiedlerkrebs und sollte mir ein neues Haus suchen“, sagte er zu sich. „Ich habe einfach etwas Besseres verdient.“

Und so verließ er sein Schneckenhaus und machte sich auf die Suche. Dutzende, ja, sogar hunderte von Schneckenhäusern probierte der Krebs aus, aber keines erfüllte seine Erwartungen. Das eine war zu groß, das andere zu klein, wieder ein anderes hatte einen Riss und das nächste nicht die richtigen Farben.

Entmutigt setzte er sich in den Sand. Da fiel sein Blick auf ein weiteres Schneckenhaus. Er mobilisierte noch einmal alle Kräfte, kroch zu diesem Schneckenhaus und schlüpfte hinein.

Und ja, das war das perfekte Schneckenhaus! Es passte genau, es sah wunderschön aus und er fühlte sich auf Anhieb ganz zu Hause.

Selig schlief er ein.

Als er am nächsten Morgen aufwachte, fiel sein Blick auf die schöne Koralle ganz in seiner Nähe. Darauf besah er sich das Schneckenhaus genauer … und es war exakt das Haus, das er verlassen hatte, um sich ein besseres zu suchen.

Von Tania Konnerth
aus ihrem Buch “Aus der Schatzkiste des Lebens”

 

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4 Kommentare

  1. Wunderschön………

  2. Sylvia

    “Ironischerweise denken die meisten Menschen, dass sie von dort wo sie sind, weggehen müssen, um dahin zu kommen, wo sie hinwollen.
    Und so verlassen sie den Himmel, um in den Himmel zu gelangen – und gehen durch die Hölle”
    Neale Donald Walsch

    • Diana

      Hallo alle miteinander. Es kann kein Zufall sein, dass ich ausgerechnet heute diesen Kommentar lese. Habe vor etwa 10 Minuten meine “Mittagslektür” beendet. Und wisst ihr, was ich gerade lese: “Gespräche mit Gott” (Bd. 1-3) von Neale Donald Walsch. Ich lese viel und gern, aber kein anderes Buch ruft in meinem Inneren soviel unbewusstes Wissen, soviel positive Resonanz hervor… In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen traumhaften Herbsttag!

  3. Rainer

    … und da sagte der Einsiedlerkrebs zu sich: “Da bist Du nun fortgelaufen mit all Deinem Unglück und hast geglaubt, dass Du nur woanders hingehen musst, um Dein Glück zu finden. Aber das Glücklichsein findest Du nicht draußen in der Welt und in anderen Dingen. Wohin Du auch läufst und schaust, Du wirst immer nur Dich selbst finden. Also schau in Dich und nimm Dich an, so wie Du bist, mit Deiner Traurigkeit und Deinem Schmerz, und Du wirst fühlen, dass Du sein darfst, wie Du bist, und dass alles gut so ist.”

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